Süßwasseralge Chlorella und ihre Fakten

Die Mikroalge Chlorella erfährt seit vielen Jahren einen Hype, der letztlich an die Nutzung der Alge für Ernährung und Gesundheit bereits vor mehreren Tausend Jahren in mehreren Hochkulturen wieder anknüpft. Sie ist als Süßwasserbewohner fast allgegenwärtig und zählt zu den ältesten und ersten Organismen, die über Photosynthese Kohlendioxid aufspalten und die Atmosphäre mit Sauerstoff anreichern.

Neben seinem Gehalt an primären Nährstoffen wie hochwertige Proteine, Fette, Kohlenhydrate und Ballaststoffe wird Chlorella wegen ihrer bioverfügbaren sekundären Pflanzenstoffe wie Mineralien, Vitamine, Enzyme, Antioxidantien und vielen weiteren Wirkstoffen geschätzt. Zusätzlich verfügt die Alge über die Eigenschaft, Schad- und Giftstoffe im Körpergewebe zu mobilisieren und an das Sporopollenin in ihrer Zellwand zu binden. Schadstoffe werden dadurch über den Darm ausgeleitet, ohne dass im Darm eine Rückresorbierung erfolgen kann.

In den frühen 1990er Jahren wurden verschiedene Arten der Chlorella Alge taxonomisch neu erfasst und insgesamt 24 verschiedene Arten definiert, wovon nur eine einzige Art gesundheitliche Relevanz für Menschen und Tiere hat. Die mögliche Wirkung der meisten anderen Chlorella-Arten ist (noch) nicht hinreichend untersucht, so dass keine verlässlichen Aussagen darüber getroffen werden können.

Arten der Chlorella Alge

Die 24 Arten, die der Gattung Chlorella zugeordnet wurden, haben sich teilweise aus nicht miteinander verwandten Algen entwickelt und sind daher nicht alle monophyletischen Ursprungs. Im Zuge der Evolution haben sich die untersuchten Merkmale bestimmter Algen denen der ursprünglichen Chlorella angenähert, so dass sie als Chlorella-Art eingestuft wurden.

Die Chlorella-Art mit der größten gesundheitlichen und ernährungsphysiologischen Relevanz für Menschen und Tiere ist Chlorella vulgaris. Von einigen Herstellern werden auch Algen mit dem Namen Chlorella pyrenoidosa angeboten. Es handelt sich dabei um eine Unterart von Chlorella, die nach der Taxonomie von 1992 offiziell nicht mehr existiert. Möglicherweise hält sich die Bezeichnung Chlorella pyrenoidosa hartnäckig, weil Endverbraucher explizit diese Chlorella Art verlangen. Dass Hersteller und Handel die explizite Nachfrage bedienen, kann nicht als seriös bezeichnet werden.

Unterschied zwischen Chlorella Vulgaris und Chlorella Pyrenoidosa

Zur taxonomischen Unterscheidung der 24 verschiedenen Chlorella Arten wurden verschiedene Merkmale wie die chemische Zusammensetzung der Zellwände, die Struktur der Pyrenoide sowie die biochemischen und physiologischen Eigenschaften untersucht und miteinander verglichen. Eine besondere Rolle spielt dabei die die Beschaffenheit ihrer Pyrenoide. Es handelt sich dabei um Plastide in Algen und Moosen, die Schlüsselenzyme für die Optimierung der Photosynthese enthalten.

Vor der Neuordnung der Chlorella Arten, die 1992 erfolgte, gab es die Art Chlorella pyrenoidosa, zu der auch Chlorella vulgaris gerechnet wurde. Die Untersuchung der Algen zwecks Neuordnung ergab allerdings, dass mehrere Arten, die mit Chlorella pyrenoidosa bezeichnet wurden, einer anderen Algensorte entsprachen und damit falsch eingeordnet waren. Das betraf auch Chlorella vulgaris, die ursprünglich der Chlorella pyrenoidosa zugerechnet wurde. Durch die Neubewertung 1992 entfiel daher die Bezeichnung Chlorella pyrenoidosa. Alle ihr früher zugeordneten Chlorella Arten wurden jeweils einer der übrig gebliebenen oder neu entstandenen 24 Chlorella Arten zugeordnet. Eine Unterscheidung der physiologischen Merkmale zwischen Chlorella vulgaris und Chlorella pyrenoidosa kann nicht angegeben werden, da es sich bei ihr um verschiedene Sorten handeln kann.

Hinter der von einigen Herstellern und Händlern immer noch geführten Bezeichnung Chlorella pyrenoidosa verbirgt sich in der Regel Chlorella vulgaris oder aber eine Art, deren physiologische Wirkungen auf den menschlichen und tierischen Stoffwechsel bisher nicht untersucht wurde. Eine Kaufempfehlung kann für derartige Produkte nicht ausgesprochen werden.

Wie werden Bio Chlorella Algen gezüchtet?

Chlorella stellt ein Naturprodukt dar, für dessen Züchtung offene oder geschlossene Systeme in Frage kommen. Die Zucht in offenen Systemen bedeutet, dass die Algen in stehenden flachen Gewässern oder künstlich angelegten Teichen heranwachsen und in direktem Kontakt mit der Umwelt stehen. Sie unterliegen daher auch den üblichen Umweltbelastungen. Dabei besteht die Gefahr, dass sich in den Algen aufgenommene Schadstoffe kumulieren, so dass sie unter Umständen als belastet eingestuft werden müssen. Diese Gefahr ist sehr viel geringer bei geschlossener Züchtung von Bio Algen. Sie wachsen nahezu frei von Schadstoffen in Glasröhren heran. Während der Wachstumsphase muss lediglich dafür gesorgt werden, dass der Alge bestimmte Mikronährstoffe in Form von Salzen zur Verfügung stehen.

Die Qualität von Bio Algen wird darüber hinaus hinsichtlich bestimmter Inhaltsstoffe ständig überprüft, überwacht und zertifiziert, so dass Schadstoffarmut und der Gehalt bestimmter Inhaltsstoffe garantiert wird. Die höchste biologische Wirksamkeit wird durch mikronisiertes Chlorella erzielt. Es handelt sich dabei um ein patentiertes Verfahren, mit dem die Zellwände der Alge auf kaltem Wege aufgebrochen und ihre Oberfläche um ein Vielfaches vergrößert wird, ohne dass die Fähigkeit zur Bindung von Schad- und Giftstoffen beeinträchtigt wird. Mikronisiertes Chlorella ist besonders empfehlenswert zur Ausleitung von Schadstoffen und giftigen Schwermetallen.

Die sekundären Inhaltsstoffe der micro Chlorella erreichen durch die Mikronisierung sogar eine gesteigerte Bioverfügbarkeit gegenüber unbehandelter Chlorella. Beim Kauf von Chlorella empfiehlt es sich, auf zertifizierte Bioqualität mit garantierter Schadstoffarmut und garantiertem Mindestgehalt bestimmter Inhaltsstoffe zu achten. Zusätzlich sollte zwecks gesteigerter Wirkung Chlorella mikronisiert sein.

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Fazit: Die Chlorella Alge passt sich seinem Gewässer an

Die besondere Fähigkeit von Chlorella, Schad- und Giftstoffe zu binden, kann gleichzeitig ein Problem darstellen, wenn das Züchten der Chlorella in offenen Gewässern erfolgt, die mit Schadstoffen belastet sind und in Chlorella kumuliert werden. Chlorella Algen züchten sollte daher in geschlossenen Systemen erfolgen, um das Problem möglicher Schadstoffbelastung zu minimieren. Aus einer labormäßigen Untersuchung der Chlorella lässt sich sozusagen ein Fingerprint des Gewässers erstellen, in dem sie herangewachsen sind, weil Chlorella Schwermetalle und Umweltgifte wie Dioxin und andere in seine Wände einbaut.

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